Tokio
Tokio droht die totale Zerstörung:
Japanische Forscher sagen der Stadt ein schlimmes Schicksal voraus. Innerhalb von 50 Jahren soll die asiatische Metropole durch schwere Erdstöße vernichtet werden.
Forscher rechnen mit verheerendem Beben in Tokio
Wie lange hat Tokio noch sein altes Aussehen?
Am 1. September 1923 wurde Tokio von einem Erdbeben der Stärke 8,3 auf der Richterskala erschüttert. Häuser stürzten ein, die Stadt stand in Flammen, etwa 142.000 Menschen kamen ums Leben. Japanische Experten warnen jetzt davor, dass eine ähnliche Katastrophe sich in naher Zukunft wieder ereignen kann.
Großes Beben wird immer wahrscheinlicher:
Norihito Umino, ein Seismologe von der Tohoku Universität, ist Mitglied des zwölfköpfigen Forscherteams, das die japanische Regierung mit der ständigen Überwachung des Erdinneren beauftragt hat. Der Nachrichtenagentur AP sagte er, dass das Team die Wahrscheinlichkeit für das nächste große Beben mit einem neuen statistischen Modell errechnet habe. Die Forscher fanden heraus, dass sich die Wahrscheinlichkeit für ein Beben der Stärke sieben mit der Zeit erhöhe. In dem nächsten Jahrzehnt bestehe lediglich eine Wahrscheinlichkeit von 10 Prozent, dass Tokio von einem solchen Beben heimgesucht werde. In den nächsten 30 Jahren steige sie aber bereits auf 70 Prozent und in den nächsten 50 Jahren auf 90 Prozent.
Frühwarnsystem wird getestet:
Japan gehört zu den erdbebengefährdetsten Gebieten der Welt: Gleich drei tektonische Platten - die Eurasische, die Philippinische und die Pazifische treffen unter dem Inselstaat aufeinander. Erdbeben entstehen meist durch Reibung dieser Platten gegeneinander. Bisher gilt es als fast unmöglich, Erdbeben vorherzusagen. Im letzten Jahr hat es bereits zwei Studien gegeben, die als Indikatoren Hunde und Ultrakurzwellen empfahlen. Tiere nehmen Bewegungen in der Erde sehr viel früher wahr als Menschen. An dem nervösen Verhalten von Hunden könne man ablesen, ob eine Erschütterung bevorsteht. Die zweite Studie empfiehlt die Untersuchung von Ultrakurzwellen. Risse in der Erdkruste und Magmabewegungen führen zu elektromagnetischen Störungen in der Erdatmosphäre. Die dadurch entstehenden Wellen könnten als Indikator für ein Beben genutzt werden. Japans Meteorologische Behörde hat in diesem Jahr begonnen, ein Frühwarnsystem zu testen, das kleinste Erderschütterungen registriert.
Analyse früherer Erdbeben:
Umino sagte, dass sein Team die Daten der letzten fünf großen Erdbeben in der Nähe von Tokio seit 1885 in seinen Untersuchungen unter die Lupe genommen habe. Diese Beben mit Stärken von 6,7 bis 7,2 waren heftig genug, um Gebäude niederzureißen und Verwüstungen anzurichten. Die Analyse zeige aber auch, dass die Wahrscheinlichkeit für ein Erdbeben der Stärke 8, höchstens 0,8 Prozent betrage, sagte Umoni. Das Erdbeben von 1923 hatte eine Stärke von 8,3.
Das Forschungs-Komitee wurde infolge des großen Erdbebens von Kobe am 17. Januar 1995 ins Leben gerufen. Das Beben hatte mehr als 5000 Todesopfer gefordert, die Sachschäden beliefen sich auf 95 bis 140 Milliarden US-Dollar.